Der Karpfen zählt wohl zu den bekanntesten Fischen Deutschlands. Karpfen –Blau- oder Silvesterkarpfen gehören bei vielen zum Standardessen anlässlich des Jahreswechsels. Dabei wurde der Karpfen bereits vor 2000 Jahren in Deutschland eingebürgert und seit dem Mittelalter in Teichanlagen (besonders in Klöstern) gehalten.
Die ursprüngliche Verbreitung lag wohl von Mittelasien (China, Japan) bis in die Flusssysteme des Kaspischen und Schwarzen Meeres. Von dort wurden sie über alle Kontinente verbreitet. Neueren Untersuchungen folgend ist es möglich, dass sich der Karpfen in Süddeutschland natürlich verbreitet hat. Wildformen in der österreichischen Donau und die Passierbarkeit der Gewässer im Mesolithikum deuten darauf hin.
Die bei uns auftretenden Tiere sind ausschließlich Zuchtformen, die sich von der schlanken Wildform stark unterscheiden. Die Gestalt und Beschuppung sind sehr variabel. Neben dem "normalen" Schuppenkarpfen existieren Zuchtformen wie Spiegelkarpfen (unregelmäßig verteilte Schuppen), Zeilenkarpfen (eine geschlossene Schuppenreihe an der Seitenlinie) und Lederkarpfen (nahezu unbeschuppt). In Ausnahmefällen werden Längen von 1 Meter erreicht, jedoch bleiben sie in der Regel unter 50 cm.
Die Fortpflanzung erfolgt bei wärmeren Temperaturen häufig in flachen Gewässern. Nach der Eiablage (es könne bis zu 15 Millionen Eier sein) erfolgt eine äußere Befruchtung. Eine Brutpflege wird nicht durchgeführt.
Die Nahrung besteht normalerweise aus Pflanzenteilen und im Boden lebenden Kleintieren. Dabei kann der Bodengrund sehr wirksam bis zu 15 cm tief "durchwühlt" werden. Dieses Verhalten stellt eine bedeutende Form der Ichthyoeutrophierung – durch Fische hervorgerufene erhöhte Nährstoffkonzentration - dar.
Text: © Michael Glitschka
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