Die Heimat der Graskarpfen, auch Weißer Amur oder Amurkarpfen genannt, sind Flüsse und durchflossene Seen Chinas und des östlichen Sibiriens. Von dort wurden sie Mitte der 60er Jahre nach Deutschland eingeführt und zur „biologischen Krautung“ in natürliche Gewässer und Meliorationsgräben eingesetzt. Diese, mittlerweile stark umstrittene Praxis, ist seit Anfang der 90er Jahre ausgesetzt worden.
Graskarpfen benötigen längere Perioden hoher Wassertemperaturen (>20°C) um zur Laichreife zu gelangen. Diese Bedingung wird in natürlichen Gewässern Deutschlands kaum erreicht, so dass es zu keiner natürlichen Fortpflanzung kommen kann. Die Populationen werden sich daher ohne künstlichen Besatz in naher Zukunft auflösen .
Bis dahin könnten wir den Graskarpfen jedoch häufig begegnen, da sie in vielen Gewässern präsent sind. Es sind schnelle Schwimmer, die dem Döbel stark ähneln. Mit Längen von über 1 Meter werden sie jedoch viel größer als diese. Sie besitzen einen langgestreckten, spindelförmigen, fast drehrunden Körper. Die Schuppen sind groß und dunkel umrandet, so dass sich eine Netzzeichnung bildet. Das Maul ist unterständig und relativ klein, die Augen liegen auffällig tief. Die Nahrung besteht ausschließlich aus pflanzlicher Kost.
Häufig leben sie in Trupps nahe der Wasseroberfläche.
© Michael Glitschka
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