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Jedes Wochenende "versenken" sich etliche Tauchsportler in diversen Seen, aber nur wenige wissen wohl
näheres über deren Aufbau oder die Prozesse, welche mit dem Wechsel der Jahreszeiten alljährlich in diesen Gewässern
ablaufen. Das es unter der sogenannten Sprungschicht auch im Sommer recht frisch ist, wird jedem spätestens bei der
Freiwasserprüfung klar. Der folgende Artikel erklärt die Ursachen und Zusammenhänge...
Aufbau des Ökosystems See
In unseren Breiten prägt sich im Sommer eine thermische Schichtung aus. Beim Abtauchen
spürt man diese "3 Stockwerke" sehr deutlich. Die Oberflächenschicht (Epilimnion)
ist stark lichtdurchflutet. Hier befinden sich die Pflanzen und andere Organismen, welche durch Photosynthese
organische Substanz produzieren. Dabei wird Sauerstoff produziert.
Diese Oberflächenschicht lagert über der Tiefenschicht, dem sogenannten
Hypolimnion. Dies ist der fast lichtlose Bereich des Sees, in dem keine Photosynthese mehr
möglich ist. Mikroorganismen zersetzen hier unter Sauerstoffverbrauch das abgesunkene organische Material.
Ist dazu nicht genug O2 vorhanden, setzt mitunter auch die Fäulnis ein.
Zwischen beiden Schichten finden wir die bekannte Sprungschicht, das Metalimnon. Hierbei handelt
es sich um eine relativ schmale Sperrschicht, die im Sommer durch eine deutliche Temperaturabnahme gekennzeichnet ist.
Warum diese Schichtung?
Dies steht in starkem Zusammenhang mit der Dichteanomalie des Wassers. Es hat bei
4°C seine größte Dichte und sein geringstes Volumen. 4°C warmes Wasser wird sich daher immer
über dem Seeboden befinden, da es schwerer ist. Kälteres Wasser (z.B. Gefrierpunkt 0°C) und auch
wärmeres hat eine geringere Dichte und wird sich daher immer darüber lagern. Dies ist der Grund dafür, dass
ein See zu Glück immer von der Oberfläche aus beginnt zuzufrieren, da das leichtere Eis an der
Oberfläche schwimmt. Ohne diese Dichteanomalie wäre Leben im Wasser kaum möglich.
Im Sommer wird sich also, Badefreunde werden dankbar sein, das warme Wasser an der Oberfläche
befinden. Der Wind kann nur diese obere und leichtere Wasserschicht durchmischen, tiefere bleiben
unberührt. Dies führt dann allmählich zu dieser deutlichen Ausprägung von Oberflächenschicht,
Sprungschicht und Tiefenschicht.
Zirkulationsphasen
Weltweit gibt es sehr verschiedene Arten von Seen. Nach der Zirkulation teilt man hier ein in
monomiktische Seen (in polaren und subpolaren Regionen, wo es durch Eisabdeckung nur im Sommer zu
einer Durchmischung kommt), oligomiktische S. (Tropenseen mit seltener Vollzirkulation), polymiktische S.
(ständige Vollzirkulation) und dimiktische Seen (werden 2 mal im Jahr durchmischt).
In unseren Breiten findet man vorrangig dimiktische Gewässer. Die jahreszeitlichen Zirkulationsphasen
werden Frühjahrsvollzirkulation, Sommerstagnation, Herbstvollzirkulation und Winterstagnation genannt.
Herbstzirkulation
- Das wärmere Wasser der Oberfläche beginnt langsam abzukühlen. Nach einiger Zeit hat des ganze Wasser
eine einheitliche Temperatur, die Schichtung des Sommers existiert nicht mehr, die Sprungschicht entfällt.
Wind und Sturm führen allmählich zu einer tieferen Durchmischung, die bei Abkühlung auf 4°C den gesamten
Wasserkörper erfaßt und zirkulieren läßt.
- O2 und andere Nährstoffe verteilen sich im gesamten See
Winterstagnation
- Geringe Außentemperaturen lassen auch das Wasser weiter abkühlen. Gemäß der
Dichteanomalie wird sich nun das wärmere (4°C) Wasser am Boden sammeln und das kältere
an der Oberfläche. Hier kann sich dann bei weiterer Temperaturabnahme auch eine Eisdecke bilden.
Es baut sich wieder eine Schichtung auf, wobei der Temperaturunterschied an der Sprungschicht
natürlich nicht so deutlich ist wie im Sommer.
Frühjahrszirkulation
- Das Eis wird langsam schmelzen, das Oberflächenwasser erwärmt sich und sinkt durch die Dichtezunahme ab.
Dadurch und durch den Wind wird sich der gesamte Wasserkörper erneut durchmischen.
Sommerstagnation
- Das Wasser der Oberfläche erwärmt sich weiter. Da der Wind aber nur in der Lage ist, Wasser
mit annähernd gleicher Dichte zu bewegen, zirkuliert nur noch die Oberflächenschicht. Diese
erwärmt sich dabei je nach Umgebungstemperatur weiter. Eine Durchmischung des Tiefenwassers ist
nun nicht mehr möglich, die Sprungschicht prägt sich aus und wird immer deutlicher.
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